Nicolaus-Copernikus-Planetarium Nürnberg: Astronomie und Kultur
 
 
 
 
 
 
 
 
Technik
 
 
 

 

  Bildungszentrum der Stadt Nürnberg

 

 

 
  Technik des Nicolaus-Copernicus-Planetarium
 
 

Früher war das Planetarium nur ein astronomisches Lehrmittel, mit dem vor allem Schülern die Grundlagen der Weltraumkunde mehr oder weniger schulmeisterhaft dargestellt wurden. Heute werden alle Register der Projektionstechnik gezogen, um die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung einem breiten Publikum unterhaltsam und kurzweilig zu erläutern. Sternfreunde kommen ebenso auf ihre Kosten wie Familien und Kinder.


Digitale Fulldome-Projektion

Was heißt das eigentlich: Fulldome-Projektion? Denn auch bisher wurden ja schon Bilder an die gesamte Kuppel, so die Übersetzung von Fulldome, projiziert. Dazu gehört auch der naturalistische Sternenhimmel, für den der große Zeiss-Planetariumsprojektor in der Mitte des Kuppelsaals sorgt. Wenn man von Fulldome spricht, meint man damit, dass nun auch bewegte Bilder, also z. B. Filme, kuppelfüllend gezeigt werden können und nicht nur statische Bilder aus der Überlagerung der Projektion mehrerer Diaprojektoren. Zu den modernen Fulldome-Systemen gehört auch eine astronomische Datenbank, mit der man sich sozusagen frei im Universum bewegen kann. Damit werden Flüge durch das Sonnensystem, zu anderen Sternen und aus der Milchstraße heraus möglich. Durch die 360°-Darstellung ist man als Zuschauerin und Zuschauer mitten drin im Geschehen.

SXRD 4kDie im Planetarium Nürnberg verwendeten Beamer DVPL-GTZ280 der Firma Sky-Skan inc. sind Laserprojektoren von der Firma Sony. Die sechs eingebauten Laserprojektoren liefern kontrastreiche 4K-Bilder mit 5.000 Lumen Lichtleistung und ermöglichen eine flüssige, äußerst reaktionsschnelle Wiedergabe von schnellen Bewegungen. In Kombination mit der 4K-SXRD-Panel-Technologie erzeugt die langlebige Laserlichtquelle helle, scharfe und detailreiche Bilder in nativer 4K-Auflösung (4.096 x 2.160), die mehr als dem Vierfachen von Full-HD entspricht. Auf den 510 Quadratmetern Kuppelfläche des Nürnberger Planetariums werden effektiv etwa 35 Millionen Bildpunkte dargestellt. Durch eine entsprechende Anordnung am Horizont der Planetariumskuppel kann ein Laserprojektor jeweils 1/6 der Kuppel ausleuchten. Die sechs einzelnen Projektorenbilder der Laserprojektoren ergeben zusammen ein 360° Full Dome Bild an der Kuppel. Angesteuert werden die sechs Projektoren von insgesamt 12 bildgebenden Hochleistungsrechnern, welche die Grafiken, Videos und Bilder aufbereiten und entsprechend der Kuppelwölbung so verzerren, so dass man später auf der Kuppel wieder ein unverzerrtes Bild zu sehen bekommt. Dazu kommen noch zwei Rechner für die Ansteuerung und den 5.1 Surround Sound.

SXRD 4kAls Astronomiesoftware kommt DigitalSky 2 in Verbindung mit Digital Universe von Sky-Skan inc. zu Einsatz. Hiermit stehen dem Benutzer neben 110.000 Sternen und Objekten, den Sternbildern, Gradnetzen, Beschriftungen und atmosphärischen Erscheinungen auch das Sonnensystem in einer 3D-Simulation zur Verfügung – und das in Echtzeit. Man kann aber auch innerhalb der Milchstraße herumfliegen oder eine Mondfinsternis vom Mond aus betrachten. Natürlich ist es möglich, aktuelle Himmelsobjekte wie Kometen nachzuladen, historische und aktuelle Himmelsereignisse zu simulieren, zur oortschen Wolke oder durch den Orion-Nebel zu fliegen, mit dem Shuttle um die Erde zu kreisen oder die bekanntesten Exoplaneten näher zu betrachten.

Das klassische Planetarium

Der Planetariumsprojektor Zeiss Modell 5
  • Planetarium Zeiss Modell V

  • Fixsterne (ca. 9.000 bis zur Größenklasse 6,5 mag)
  • Veränderliche Sterne mit zeitgerafftem Lichtwechsel
  • Milchstraße
  • Große und Kleine Magellansche Wolke sowie 17 weitere Sternhaufen und Nebel
  • Sonne mit Aureole und Gegenschein, Rotfärbung bei Annäherung zum Horizont
  • Mond mit Oberflächendetails und automatischem Phasenwechsel
  • Planeten: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Saturn mit pankratischem Objektiv im Verhältnis 1:9 zoombar.
  • Horizontlichter zur Darstellung der Morgen- und Abenddämmerung
  • Komet Donati mit langsamer Schweifentwicklung und Eigenbewegung
  • Aberrations- bzw. Parallaxenbewegung des Fixsterns Sirius
  • Himmelskoordinaten (Ekliptik, Himmelsäquator, Skalen und Linien, nautisches Dreieck)
  • Sternbildfiguren (historische Darstellung nach Joh. Bayer aus dem Jahre 1603)
  • Tagesgang: Tägliche Himmelsdrehung in 12, 6, 4 und 3 Minuten
  • Jahresgang: Geozentrische Jahresbewegung von Planeten, Sonne und Mond in 12, 6, 4 und 3 Minuten, sowie 11 und 10 Sekunden
  • Präzessionsdrehung des Fixsternenhimmels
  • Polhöhenverstellung (Veränderung der geographischen Breite. Erdumkreisung in 6 Minuten)
  • Multivision mit ca. 40 Diaprojektoren, ca. 50 Effektprojektoren, Videoprojektion
  • Professionelle A/V-Computersteuerung
  • Durchmesser der Projektionskuppel: 18 m
  • Sitzkapazität: ca. 200 Plätze

 

 

 

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